Kritik der politischen ?konomie Eine Einf?hrung
De rooie rat is failliet, u kunt niet meer bestellen. ISBN: 9783896575937 Taal: Duits Jaar: 2010 marx politieke economieUmfassende Analysen des globalen Kapitalismus haben wieder Konjunktur, und mit ihnen kommt auch der zwischenzeitlich totgesagte Karl Marx wieder zu unverhofften Ehren (Negri/Hardt, Robert Kurz u.a.). Freilich scheint diese Auseinandersetzung durchweg recht oberfl?chlich, findet zumindest Michael Heinrich und pl?diert somit f?r eine Neuaneignung der Marxschen Theorie selbst. Daher zeigt er Wege zum Verst?ndnis des Marxschen Hauptwerkes, dem dreib?ndigen ?Das Kapital? aufgezeigt. Plastisch und verst?ndlich skizziert Heinrich die historischen, ?konomischen und sozialen Rahmenbedingungen f?r die Entstehung der ?Kritik der politischen ?konomie?, geht auf deren methodischen Grundlagen ein und stellt die wichtigsten Begriffe und Konzepte vor. Was ist eigentlich Kapitalismus, und was hat es mit der omin?sen Dialektik auf sich? Wie entsteht Mehrwert? Was ist Fetischismus, und wie verh?lt es sich mit Politik und Staat? Dar?berhinaus fragt Heinrich aber auch nach der Aktualit?t des Marxschen Denkens und der M?glichkeit einer ?Gesellschaft jenseits der Warenform?.
So urteilt die Presse:
Mit seiner kritischen Distanz zum Marxschen Text gelingt es Heinrich nicht nur dessen Aktualit?t, sondern auch dessen politische Relevanz unter Beweis zu stellen... allgemein verst?ndlich und selbst f?r Marx-Kennerinnen ein Gewinn.
Kolja Lindner in ?die tageszeitung?, 31.12.2004
Auf nur 220 Seiten bringt der Autor eine Kurzfassung der drei B?nde des ?Kapital? zustande, erkl?rt Zusammenh?nge von Arbeit, Ware, Geld, wie der Mehrwert entsteht, was Kapital ist, welche Rollen Banken und B?rse spielen und woher Krisen kommen. Daneben besch?ftigt er sich mit der Geschichte des Marxismus, entzaubert den schillernden Begriff der ?Dialektik? und schickt noch ein Kapitel ?ber die Rolle des Staates im Kapitalismus hinterher.
Stephan Kaufmann, Berliner Zeitung, 5.7.2004
Gut ein Drittel des Buches widmet sich dem ersten Kapitel des Kapitals. Dem Zusammenhang von Arbeit in kapitalistischer Warenproduktion, Wert und Geld wird ebenso nachgegangen wie der Frage, wie diese mit den verschiedenen Fetischformen zusammenh?ngen. Allerdings unterscheidet sich die Einf?hrung von vielen anderen, die darin den Stoff bereits als ersch?pft ansehen.
Ingo St?tzle in ?analyse + kritik?
Nat?rlich hat das ganze mit Rechnen und Zahlen zu tun, aber auch mit dem sozialen Leben. Das alles kurz und b?ndig erkl?rt und mit dem IST-Zustand verglichen r?ckt die Dinge wieder an ihren Platz.
Taxi, Nr. 20
Verstehen Sie Marx!
Michael Heinrich hat eine ?Einf?hrung in die politische ?konomie? geschrieben, die f?r Anf?nger und Fortgeschrittene taugt.
Das Problem, komplexe begriffliche Zusammenh?nge verst?ndlich zu vermitteln, ist vermutlich so alt wie das theoretische Denken selbst. Marx folgte einem Rat seiner Freunde Engels und Kugelmann, als er einen die Wertformanalyse vereinfachenden Anhang zum ersten Band des ?Kapital? verfasste und ihn dem nicht ?in dialektisches Denken eingewohnten Leser? zur Lekt?re empfahl: Hier werde versucht, ?die Sache so einfach und schulmeisterlich darzustellen, als ihre wissenschaftliche Fassung erlaubt?. Geradezu ?schulmeisterlich? geht es auch in Michael Heinrichs Einf?hrung in die Marxsche Kritik der politischen ?konomie zu. Sie tr?gt deren Methoden?berlegungen Rechnung, da erst die Struktur des Kapitals und dann dessen historische Herausbildung erl?utert wird, und steckt Grenzen ab. Es sei z.B. eine Illusion, ?dass mit der Analyse der Grundlagen der kapitalistischen Produktionsweise bereits alles Entscheidende ?ber kapitalistische Gesellschaften gesagt w?re?. Auch wei? Heinrichs Kritik, was au?erhalb ihres Geltungsbereichs liegt: ?Die Marxsche Kritik besteht nicht in einer moralischen Vorhaltung, sondern im Nachweis, wie der Kapitalismus tats?chlich funktioniert.?
(...)
Mit diesen Erkl?rungen gegen ein wesentlich vom Weltanschauungsmarxismus gepr?gtes Marxverst?ndnis immunisiert, erwartet die LeserInnen eine allgemeinverst?ndliche Lekt?re. Wie Marx beginnt Heinrich mit der Ware und verweist auf ihre Konstitution durch ?abstrakte Arbeit?. Beachtlich ist dabei Heinrichs Verm?gen, die Begriffe zu erkl?ren: So wird ?Realabstraktion? ganz n?chtern definiert als ?eine Abstraktion, die im wirklichen Verhalten der Menschen vollzogen wird, unabh?ngig davon, ob sie dies wissen oder nicht?. Au?erdem werden Marx' Ausf?hrungen dort, wo es n?tig erscheint, ganz sanft problematisiert. Gegen die vorherrschende, naturalistische Bestimmung abstrakter Arbeit als ?Verausgabung von menschlichem Hirn, Muskel, Nerv, Hand usw.? (Marx) wird diese als ?ein im Tausch konstituiertes Geltungsverh?ltnis? konkretisiert. Viele Zusammenh?nge werden zudem mit anschaulichen Beispielen illustriert, wie z.B. die notwendige Einheit von Produktions- und Zirkulationssph?re: ?Der Wert >entsteht< nicht irgendwo und ist dann >da<. Bei einem Br?tchen l?sst sich (auch wenn die Antwort eindeutig ist) die Frage wenigstens noch stellen, wo es entstanden ist, ob in der Backstube oder beim Verkauf auf der Ladentheke. Der Wert ist aber nicht ein Ding wie ein Br?tchen, sondern ein gesellschaftliches Verh?ltnis, das als dingliche Eigenschaft erscheint.
(...)
? Die Methode ?mit Marx gegen Marx? wendet Heinrich auch bei seiner Thematisierung des Geldes an. W?rde im ?Kapital? noch von einem Warengeld ausgegangen, k?nne avancierte marxistische Theorie nicht an dieser, sp?testens seit dem Zusammenbruch des W?hrungssystems von Bretton Woods zu Beginn der siebziger Jahre anachronistischen Vorstellung festhalten. Der Verzicht auf Gold als Geldware mache Marx' Theorie selbst aber nicht obsolet: ?Im Rahmen der Wertformanalyse hatte er die Formbestimmungen des allgemeinen ?quivalents entwickelt, und die Analyse des Austauschprozesses ergab, dass die Warenbesitzer ihre Waren tats?chlich aufeinander beziehen m?ssen. Dass das allgemeine ?quivalent unbedingt eine Ware sein m?sse, hatte Marx aber nicht gezeigt, sondern unterstellt. Hinsichtlich des Geldes betont Heinrich au?erdem, dass die Marxsche Werttheorie nur als ?monet?re Werttheorie? zu begreifen sei: Erst die Geldform ist die dem Wert angemessene Wertform.
(..)
Als Grenze seiner Marx-Aufarbeitung hatte Heinrich behauptet, dass mit der Analyse der Grundlagen kapitalistischer Produktionsweise noch nicht alles ?ber kapitalistische Gesellschaften gesagt sei, und so stellt sich die Frage nach der Kompatibilit?t der Kritik der politischen ?konomie mit der Analyse anderer sozialer Zusammenh?nge. Heinrich zeigt an den Beispielen von ?kologie (er bricht mit der traditionsmarxistischen Verg?tterung der Produktivkraftentwicklung, indem bestimmte technisch-industrielle Entwicklungswege, z.B. Atomenergie, als zerst?rerische Dynamik des Kapitals gedeutet werden), asymmetrischen Geschlechterverh?ltnissen (Hierarchisierung von Besch?ftigungsverh?ltnissen und weibliche Reproduktionsarbeit fasst Heinrich mit Marxschen Kategorien) und antisemitischer Ideologie (ein Exkurs definiert Antisemitismus als ?besondere Form der Personalisierung? zentraler Konstitutionsprinzipien kapitalistischer Gesellschaften), dass die Schnittstellen zahlreich sind. Das vorletzte Kapitel versucht, einige staatstheoretische ?berlegungen anzuschlie?en.
(...)
Marx hat sich durch die Abfassung des Anhangs zur Erstauflage des ?Kapital? dem Vorwurf ausgesetzt, er habe Popularisierung betrieben. Heinrich kann dieser Vorwurf nicht treffen: Sein Buch ist allgemeinverst?ndlich und selbst f?r Marx-KennerInnen ein Gewinn. Es taugt als Ein- und Weiterf?hrung.
Jungle World, Kolja Lindner; 3.11.2004
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