Gegenstandpunkt nr. 3-2007

Gegenstandpunkt nr. 3-2007 Politisches Vierteljahreszeitschrift

De rooie rat is failliet, u kunt niet meer bestellen. ISBN: 9789999499590 Taal: Nederlands Jaar: politieke theorie politieke economie globalisering

Ein paar Tausend US-amerikanische Häuslebauer geraten mit der Bezahlung ihrer Hypothekenschulden in Rückstand, und rund um den Globus erzittert die globalisierte Geschäftswelt, geraten Großbanken in die Klemme, droht eine Liquiditätskrise, die von den Notenbanken der 1. Welt mit einer Viertelbillion frischer Euros und Dollars in Schach gehalten werden muss? Das kann doch wohl nicht wahr sein!

Ist es auch nicht! Die Kommentare, die diese unheilvolle Kette als Folge von ungesunden Übertreibungen, Fehlern und Blauäugigkeiten eines an sich ehrenwerten Gewerbes, der finanzkapitalistischen Spekulation, kritisieren, geben mit diesen Ausführungen zu erkennen, dass sie über die Geschäfte einer Sphäre handeln, die den gängigen Vorstellungen zuwiderlaufen, beim Wachstum, das in Geld gemessen wird, ginge es um ordentliches Produzieren, um mit Krediten in Gang gebrachte Warengeschäfte, die als Plus zu Buche schlagen. Sie verhandeln, wie ideologisch und anteilnehmend auch immer von einer verselbständigten Sphäre des Geschäftemachens, die mit der rechtfertigenden Behauptung, in erster und letzter Instanz seien die dort getätigten Transaktionen, die spekulative Vermehrung von Finanztiteln und Anlageobjekten eine begrüßenswerte (Finanz-)Dienstleistung, gründlich aufräumt. Die täglich bilanzierten Wertzuwächse und jetzt umgekehrt: Einbrüche und Zusammenbrüche von Vermögenswerten resultieren nicht aus den Leistungen, die der Kredit bei Betriebserweiterungen, Rationalisierungen, bei Kaufen und Verkaufen bis hin zum "kleinen Mann" erbringt oder eben nicht, nämlich Geldgeschäfte in Gang zu bringen, wo noch kein Geld verfügbar ist. Das, was da an Vermögen wächst und in die Krise gerät, entspringt umgekehrt aus der Macht der Banken, die Abhängigkeit des kapitalistischen Wirtschaftens von dem bei ihnen versammelten Geld der Gesellschaft für eigene Geschäftszwecke auszunutzen: Sie rechnen sich die Schulden, die alle Welt bei ihnen macht, und die Erträge, die das für sie abwirft, als Vermögen an, das sich verlässlich vermehrt, und gründen darauf eine Spekulation auf wachsende Erträge, die wiederum als wachsende Wertpapiervermögen zu Buche schlägt...

Die Krise, die mit Notwendigkeit aus der Tatsache folgt, dass "die Bedingungen der unmittelbaren Exploitation und die ihrer Realisation ... nicht identisch" sind, vielmehr "nicht nur nach Zeit und Ort, sondern auch begrifflich auseinander" fallen (Karl Marx, Das Kapital, Bd. 3, MEW 25, S. 254), ist hier nicht Thema. Was sich im Sommer dieses Jahres an den Weltfinanzmärkten abspielt, ist eine Irritation des Geldkapitals, die allein aus dessen vermögenswirksamer Beschäftigung mit sich selbst folgt, darauf allerdings nicht ganz beschränkt bleibt.

Mehr zu Methoden, Begriff und Konsequenzen dieses ehrenwerten Geldgewerbes im Artikel

* Viel Dichtung und eine Wahrheit übers Kreditsystem: Von wegen "Dienstleistungsgewerbe"
* "Verbrieft": Verdoppelte Kapitalmacht als Geschäftsartikel
* "Asset Backed Securities": Eine Kreation innovativer Geldmacherei, die mit dem Zuspruch kritisch vergleichender Anleger blüht und welkt
* Vom Angebot zur Nachfrage: Jede Menge Stoff fürs globale Portfolio
* Von wegen "Risikostreuung": Wertschöpfung durch Vertrauen - einmal hin und zurück
* Noch mal: Techniken und Kehrseite der unerlässlichen Vertrauenspflege zwischen Finanzhaien
* Die aktuelle Krise (I): Von wegen "Übertreibung" - Finanzkapitalistische Räson in Vollendung
* Die aktuelle Krise (II): Eine "Überakkumulation" sui generis
* Ein Notruf der finanzkapitalistischen "Masters of the Universe" - und der glanzvolle Auftritt des zuständigen "Deus ex Machina"

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