Islam in Europa Eine internationale Debatte
De rooie rat is failliet, u kunt niet meer bestellen. ISBN: 9783518125311 Taal: Duits Jaar: 2007 Uitgever: Suhrkamp islamWen soll der Westen unterstützen: gemäßigte Islamisten wie Tariq Ramadan oder islamische Dissidenten wie Ayaan Hirsi Ali? Der französische Philosoph Pascal Bruckner sorgte Anfang 2007 für Aufsehen, als er in einer polemischen Streitschrift den vermeintlichen liberalen Konsens im Umgang mit dem Islam attackierte. Beweglicher und schneller, als das in den traditionellen Medien möglich gewesen wäre, entwickelte sich auf den Seiten der Internetplattformen perlentaucher.de und signandsight.com eine kontroverse Debatte, die den aktuellen Stand der Diskussion um Multikulturalismus in Europa markiert ? und darüber hinausweist.
Inhalt des Bandes:
Vorwort von Thierry Chervel
Ayaan Hirsi Ali: Das Recht, zu beleidigen
Rede vom 9. Februar 2006
Timothy Garton Ash: Der Islam in Europa
Ayaan Hirsi Ali ist mutig, aber ihre Argumentation ist zu schlicht .
Pascal Bruckner: Fundamentalismus der Aufklärung oder Rassismus der Antirassisten? Ayaan Hirsi Ali sieht nicht nur gut aus, sondern beruft sich auch noch auf Voltaire. Da übertreibt sie, finden Ian Buruma und Timothy Garton Ash, und erklären sie zur »Fundamentalistin der Aufklärung«. Sie selbst verkörpern den Rassismus der Antirassisten.
Ian Buruma: Die Freiheit kann nicht staatlich verordnet werden
Niemand verteidigt Ehrenmorde oder die Beschneidung von Mädchen. Straftaten sind Sache der Strafverfolgung. Viel verzwickter ist die Frage, wie man verhindert, dass gewalttätige Ideologien die durchschnittlichen Muslime anstecken. Eine Antwort auf Pascal Bruckner.
Von Timothy Garton Ash: Lieber Pascal als Pascal Bruckner
Weder separatistischer Multikulturalismus noch republikanischer Monokulturalismus sind Erfolg versprechende Modelle. Integrationspolitik kann nicht auf der Annahme basieren, dass Millionen von Muslime in Europa ihren Glauben aufgeben.
Ian Buruma: Wer ist Tariq Ramadan?
Man hat ihn als »gerissen«, als »Heuchler« und als »gefährlich«, aber auch als »brillant«, als »Brückenbauer« und als »muslimischen Martin Luther« bezeichnet. Porträt des kontroversen Aktivisten.
Von Necla Kelek: Die Stereotype des Mr. Buruma
Der Islam ist nicht so stark in sich differenziert, wie es Ian Buruma in seiner Antwort auf Pascal Bruckner behauptet: Im Gegenteil - er ist eine drückende soziale Realität, kodifiziert in der »Kairoer Erklärung der Menschenrechte«, die von 45 muslimischen Staaten unterzeichnet wurde und die die Scharia zum Maßstab macht.
Paul Cliteur: Krieger ist nicht gleich Krieger
Ian Buruma vertritt in Die Grenzen der Toleranz eine postmodernistische Auffassung, die auf eine Geleichsetzung von radikaler Aufklärung und radikalem Islamismus hinausläuft. Doch so lassen sich religiöse Eiferer nicht befrieden. Job Cohen, Bürgermeister von Amsterdam kann ein Lied davon singen.
Ian Buruma: Der Dogmatismus der Aufklärung
Ich bewundere die Leistungen der Aufklärung kein bisschen weniger, als es Professor Cliteur zu tun scheint, aber ich glaube auch, dass eine ihrer größten Leistungen die Zurückweisung aller Dogmatismen ist. Eine Antwort auf Paul Cliteur.
Lars Gustafsson: Die Logik der Toleranz
In Fragen der Vernunft und der Freiheit haben Gesellschaften genauso wie Individuen eine klare Antwort zu geben. Sie müssen sich entscheiden. Über die Grenzen des Multikulturalismus.
Stuart Sim: Schiebt es nicht auf die Postmodernen
Das eigentliche Problem heißt Dogmatismus. In seinem Kern hinterfragt der Relativismus die Vorstellung einer absoluten Wahrheit, die Fundamentalisten aller Coleur als gegeben ansehen. Schlimmer noch, Fundamentalisten weigern sich sogar anzuerkennen, dass andere Standpunkte überhaupt Gültigkeit besitzen können. Mit ihnen kann man nicht reden - weder über Multikulturalismus noch sonst etwas.
Ulrike Ackermann: Lob der Dissidenz.
Ian Buruma und Timothy Garton Ash erinnern an die wohlmeinenden Intellektuellen der westlichen Welt, die einst den Stalinismus, aber nicht den Kommunismus kritisieren wollten. Sie träumen von »Wandel durch Annäherung«, aber sie verirren sich auf einem »Dritten Weg«.
Jesco Delorme: Multikulturalismus ist nicht gleich Kulturrelativismus!
Er könnte auch ein liberaler Kulturalismus sein, wie ihn der kanadische Philosoph und Politologe Will Kymlicka propagiert. Dann wäre die Frage, auf welcher Basis Minderheiten Gruppenrechte einfordern können.
Adam Krzeminski: Sowohl Voltaire als auch Lessing
Der heutige Streit zwischen den »Fundamentalisten der Aufklärung« und den »Kulturrelativisten« hat in Europa sehr alte Wurzeln. Beide Positionen sind vonnöten, um auf die islamische Herausforderung zu reagieren.
Halleh Ghorashi: Warum hat Ayaan Hirsi Ali unrecht?
In einer demokratischen Gesellschaft müssen kulturelle Differenzen anerkannt werden. Absolut setzen dürfen wir sie nicht.
Timothy Garton Ash: Wir begehen einen schweren Fehler, wenn wir die Dissidenten innerhalb des Islam ignorieren
Es gibt kritische muslimische Intellektuelle, die ihren Glauben mit einer liberalen Gesellschaftsordnung vereinbar halten. Es wäre dumm, ihnen Bin Laden vorzuziehen
Bassam Tibi: Der Euro-Islam als Brücke zwischen Islam und Europa
Beim Euro-Islam geht es um den Gegenstand, nicht um das Profil von Personen wie Tariq Ramadan und Ayaan Hirsi Ali oder um irgendeinen postmodernen Nihilismus. Selbst Muslim und Migrant, erkenne ich, dass Europa eine zivilisatorische Identität hat und das Recht hat, diese zu bewahren. Das ist nicht gegen die Muslime gerichtet, weil die Idee Europas inklusiv ist; sie kann die Identität der Zuwanderer berücksichtigen, jedoch mit der Erwartung einer Anpassung ohne Selbstaufgabe.
Pascal Bruckner: Vom Recht auf die Differenz gelangt man rasch zur Differenz der Rechte
Es genügt nicht, den Terrorismus zu verurteilen. Zugleich muss sich die Religion, die ihm Nahrung gibt und auf die er sich zu Recht oder zu Unrecht beruft, verändern. Westeuropa spielt hier eine wichtige Rolle.
Ian Buruma und Timothy Garton Ash: Abschließende Bemerkungen
Es geht nicht um ein entweder Hirsi Ali oder Tariq Ramadan.
Margriet de Moor: Alarmglocken, die am Herzen hängen
Wenn es im Islam eine Reformation geben wird, dann wird sie nicht vom Nahen Osten ausgehen, sondern von Westeuropa.
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