Saving Iceland http://www.savingiceland.org/de/ Saving the wilderness from heavy industry Mon, 10 Apr 2017 15:35:28 +0000 de-DE hourly 1 http://wordpress.org/?v=4.2.15 Gegen die Kriminalisierung linker Bewegungen in Island! http://www.savingiceland.org/de/2011/01/gegen-die-kriminalisierung-linker-bewegungen-in-island/ http://www.savingiceland.org/de/2011/01/gegen-die-kriminalisierung-linker-bewegungen-in-island/#comments Tue, 18 Jan 2011 11:55:12 +0000 http://www.savingiceland.org/?p=6941 Freiheit für die ‚Rejkjavik 9‘ !

„Das Gerichtsverfahren gegen die ‚Rejkjavik 9‘ ist der Versuch, die demokratische isländische Revolte von 2008 im Nachgang zu kriminalisieren und damit zu entpolitisieren. Unter den Angeklagten befindet sich auch die Attac-Vorsitzende Solveig Jonsdottir“, kommentiert der Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko die letzten Verhandlungstage gegen neun isländische AktivistInnen. „Die Anklage basiert auf dem Vorwurf der ‚Beleidigung des Parlaments‘. Im Raum steht eine lebenslängliche Haftstrafe, mindestens aber ein Jahr Gefängnis“, erklärt Hunko, Mitglied Parlamentarischen Versammlung des Europarates.

Erst die breiten, entschlossenen Proteste der sogenannten „Kochtopfrevolution“ im Dezember 2008 zwangen die tief in den Bankenskandal verstrickte konservative Regierung schließlich zum Rücktritt. Zwei Tage vor der jetzt verhandelten Parlamentsblockade wurde in Griechenland der 15jährige Alexis Grigoropoulos von der Polizei erschossen. Europaweit waren soziale Bewegungen auf der Straße.

„Der Vorwurf einer ‚Beleidigung des isländischen Parlaments‘ wurde in der Geschichte Islands erst einmal hervorgeholt: Als sich DemonstrantInnen 1949 gegen den NATO-Beitritt zur Wehr setzten. Das dokumentiert den politischen Charakter des Paragraphen.

Die Belagerung des Parlaments hat indes Neuwahlen und einen politischen Wandel herbeigeführt. Statt die Angeklagten jetzt mit Haftstrafen zu bedrohen, sollte ihr politisches Engagement gewürdigt werden“, fährt Hunko fort.

„Auch der kürzlich enttarnte britische Polizeispitzel Mark Kennedy war seit 2005 auf jene AktivistInnen in Island angesetzt, die sich schließlich am friedlichen Umsturz beteiligt hatten. Ich sehe in dem bekanntgewordenen grenzüberschreitenden Einsatz verdeckter Ermittler eine europaweit verabredete Aktion gegen soziale Bewegungen. Deshalb habe ich heute ein Schreiben an isländische ParlamentarierInnen und das Innenministerium gerichtet, in dem ich die PolitikerInnen über die parlamentarischen Initiativen in Deutschland anlässlich des rechtswidrigen Undercover-Einsatzes von Mark Kennedy informiert und einen gegenseitigen Austausch angeregt habe“, schließt Hunko.

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»Viele sind von der Linksregierung enttäuscht« http://www.savingiceland.org/de/2010/08/%c2%bbviele-sind-von-der-linksregierung-enttauscht%c2%ab/ http://www.savingiceland.org/de/2010/08/%c2%bbviele-sind-von-der-linksregierung-enttauscht%c2%ab/#comments Thu, 19 Aug 2010 22:30:47 +0000 http://www.savingiceland.org/?p=5001

Gespräch mit Sólveig Jónsdóttir. Sie ist Vorsitzende des globalisierungskritischen Netzwerks ATTAC in Island und eine der neun Angeklagten der Reykjavik 9.

Sie sind zusammen mit acht anderen Aktivisten angeklagt, im Dezember 2008 an der “Stürmung” des isländischen Parlaments beteiligt gewesen zu sein. Hat es Solidaritätsbekundungen und –aktionen für die Angeklagten gegeben? Ja, im Mai wurde ein grosses Open Air Konzert in der Innenstadt von Reykjavik durchgeführt, auf dem Austurvöllur vor dem Parlamentsgebäude, wo auch die Protestkundgebungen im Winter 2008/2009 der “Töpfe- und Pfannenrevolution” stattfanden. Einige der beliebtesten Lokalmusiker traten auf. Eine ganze Reihe von ihnen erklärten ihre Solidarität mit den Reykjavik 9 und drückten ihre Empörung darüber aus, dass die Anklagen politisch motiviert sind. Mehr als tausend Menschen nahmen an diesem Konzert teil.

Ausserdem wurde eine Petition zur Unterstützung der Angeklagten organisiert. Ca. 700 Menschen unterschrieben die Petition. Sie drückten ihre Solidarität mit den Angeklagten aus und forderten, selbst unter dem Vorwurf, den Althingi (das Parlament) während der “Töpfe- und Pfannenrevolution” angegriffen zu haben, angeklagt zu werden, weil sie sich auch an den Protestaktionen beteiligt hatten. Viele prominente Künstler und Schriftsteller sind unter den Unterzeichnern der Petition.

Wie reagiert die Öffentlichkeit auf den Prozess?

Sie reagiert gemischt, wahrscheinlich 50-50. Zunächst war die Reaktion harsch and negativ, mit sehr feindseligen Kommentaren von Bloggern und Teilnehmern an Internetforen. Inzwischen gibt es sehr viel mehr positive Reaktionen. Das liegt zum Teil an den Solidaritätsaktionen der Unterstützer der Angeklagten, zum anderen an ausgewogeneren Darstellungen in den Medien.

Wie wird der Prozess ihrer Einschätzung nach enden?

Ich habe keine Ahnung. Mein persönliches Gefühl ist, dass es zu Verurteilungen kommen wird. Der Staat und der Althingi haben sich bezüglich des Prozesses keinen Millimeter bewegt.

In welche Richtung driftet Island im Moment?

Das politische Klima ist sehr angespannt. Viele sind von der linken Regierung enttäuscht. Sie hat sich bezüglich vieler Themen äusserst negativ verhalten, z.B. beim Thema Icesave

…der Frage, ob und wenn ja, in welcher Höhe, die isländischen Steuerzahler für die Verluste britischer und niederländischer Kunden einer isländischen Bank, die bankrott war, aufkommen sollen.

Es ist der Regierung nicht gelungen, konkrete Lösungen für die dringenden sozialen Probleme zu finden, wie z.B. die Notlage der am meisten verschuldeten Privathaushalte. Daraus haben die Konservativen Kapital geschlagen, in den Meinungsumfragen feiern sie gerade ihre Wiederauferstehung. Andererseits gibt es eine sehr weit verbreitete Desillusionierung bezogen auf alle Politiker.

Die Situation ist düster. Wegen der Unfähigkeit der Regierung, grundsätzliche Dinge anzupacken, z. B. die Frage der Privatisierung der geothermischen Resourcen, habe ich nicht viel Hoffnung für die nahe Zukunft.

Interview: Georg Brzoska, Tageszeitung junge Welt, 17.08.2010

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Rache für den Aufstand http://www.savingiceland.org/de/2010/08/rache-fur-den-aufstand/ http://www.savingiceland.org/de/2010/08/rache-fur-den-aufstand/#comments Thu, 19 Aug 2010 22:20:23 +0000 http://www.savingiceland.org/?p=4998 Die »Reykjavik 9« vor Gericht: In Island wird neun Aktivisten der »Kochtopfrevolution« wegen »Bedrohung des Parlaments« der Prozeß gemacht
Junge Welt, von Georg Brzoska

In Reykjavik stehen neun Globalisierungskritiker vor Gericht, darunter die Vorsitzende von ATTAC-Island Sólveig Jónsdóttir. Sie hatten im Dezember 2008 mit Tausenden Isländern gegen die Krisenpolitik ihrer Regierung protestiert. Jetzt sollen die »Reykjavik 9« stellvertretend für alle verurteilt werden – angeblich wegen Bedrohung des Parlaments (siehe Spalte).

Das Verfahren war am 12. Mai dieses Jahres eröffnet worden, und es verläuft schleppend. Am heutigen Gerichtstermin soll geklärt werden, ob die Staatsanwältin befangen ist, weil sie für die regierenden Sozialdemokraten einen Sitz im Zentralbankkomitee innehat.

Der Prozeß zeigt, daß die Neoliberalen in Island nicht völlig in der Defensive sind. Dabei waren nach dem Crash der Finanzmärkte im Oktober 2008 die Isländerinnen und Isländer die ersten, die ihre Finanzmarkt-getriebene Regierung davongejagt hatten. Der Aufstand brachte die erste linke Regierung in der Geschichte des Landes ins Amt.

Vor dem Crash schien Island sein Wirtschaftswunder zu erleben. Die Ökonomie boomte. Die Banken drängten die Menschen, für privaten Konsum immer mehr Kredite aufzunehmen.

Die »Unternehmerwikinger«, wie sie genannt wurden und von denen einige Milliarden Euro verdienten, und fast alle isländischen Politiker gaukelten der Bevölkerung vor, die Wirtschaft und das Bankenwesen seien gesund, niemand müsse sich Sorgen machen. Tatsächlich hatten die Banken eine astronomische Spekulationsblase erzeugt. Das Vermögen der drei größten Banken überstieg das Bruttoinlandsprodukt Islands um das elffache. Ökonomen sprechen davon, daß der Zusammenbruch des Finanzmarktes, der dann erfolgte, historisch einmalig gewesen sei. Innerhalb weniger Tage brachen 85 Prozent des Bankenwesens zusammen.

Weniger Wunder also, daß die meisten Isländer völlig schockiert waren. Sie waren nicht darauf vorbereitet, plötzlich um ihre Existenz fürchten zu müssen. Da die meisten Kredite in Fremdwährung aufgenommen worden waren und der Wert der isländischen Krone dramatisch sank, waren sehr viele nicht mehr in der Lage, ihre Schulden zurückzuzahlen.

Wenige Tage nach dem Crash, am Samstag, dem 11. Oktober 2008, gab es die erste Protestkundgebung auf dem Platz vor dem Parlament. In der Folge wurde Samstag für Samstag demonstriert. Die Direktoren der Zentralbank und der Finanzaufsicht sollten zurücktreten, lautete eine der Forderungen, außerdem müsse das Parlament neu gewählt werden. Weil bis Ende November noch immer kein einziger Politiker zurückgetreten war, wurde schließlich der sofortige Rücktritt der Regierung verlangt.

Die Protestbewegung umfaßte Menschen aus vielen sozialen Schichten. Sie war keinesfalls auf das linke politische Spektrum beschränkt. Sie war das Sprachrohr der Mehrheit der Bevölkerung. Es herrschte eine starke Aufbruchstimmung. Es war klar, daß nach dem Zusammenbruch etwas ganz Neues kommen mußte. Neue Bewegungen entstanden, in Kinos und Theatern wurden Diskussionsversammlungen durchgeführt. Viele sprachen sich dafür aus, eine neue demokratischere Verfassung zu erarbeiten.

Die »Reykjavik 9« sind wegen eines Vorfalls am 8. Dezember 2008 angeklagt. Die Proteste hatten seinerzeit längst noch nicht ihren Höhepunkt erreicht. Aus einer Demonstration heraus drangen etwa 30 Menschen in das Foyer des Parlaments ein. Zweien gelang es, auf die Besuchertribüne zu kommen. Es war eine spontane Aktion. Es ist unklar, warum gerade die neun vor Gericht gestellt wurden, aufgrund von Videoaufnahmen sind alle »Parlamentsbesucher« bekannt.

Als das Parlament am 20. Januar 2009 zum ersten Mal nach der Weihnachtspause wieder tagte, war die Geduld der Demonstranten am Ende. Über die Feiertage hatte sich reichlich Wut aufgestaut. Die Proteste wurden radikaler. Es war der Beginn der »Kochtopfrevolution«. Nach argentinischem Vorbild wurden Töpfe und Pfannen mitgebracht und darauf stundenlang geschlagen. Der große Weihnachtsbaum, den die Stadt Oslo jedes Jahr der Stadt Reykjavik schenkt, wurde zu Kleinholz zerhackt, Lagerfeuer wurden entzündet.

Praktisch an jedem Tag kamen große Menschenmengen zusammen, die den Rücktritt der Regierung forderten. Am 26. Januar 2009 mußte der konservative Ministerpräsident Geir Haarde abtreten. Innerhalb weniger Tage wurde eine neue Minderheitsregierung der sozialdemokratischen Partei zusammen mit der »Linksgrünen Bewegung« gebildet. Bei den Neuwahlen im April erhielten die beiden linken Parteien zusammen die Mehrheit der Stimmen.

Bei der Neuwahl erhielt eine aus der Protestbewegung heraus gegründete Partei zwar sieben Prozent der Stimmen. Sie zersplitterte aber sehr schnell. Die Aufbruchstimmung war bereits verflogen.

Es hat ganz den Anschein, daß Sólveig Jónsdóttir und die acht anderen Angeklagten stellvertretend für alle Teilnehmer der Protestbewegung des Spätherbstes und Winters 2008/2009 abgeurteilt werden sollen. Dabei hat die politische Entwicklung gezeigt, daß die Protestbewegung den Willen der Bevölkerung ausgedrückt hat – ganz im Gegensatz zu den Politikern im Parlament, um deren Schutz es angeblich bei dem Prozeß geht.
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Wer bedroht das Parlament?

Den »Reykjavik 9« werden Rempeleien mit dem Wachpersonal des Parlaments und der Polizei vorgeworfen. Vor allem aber werden sie nach Paragraph 100 des isländischen Strafgesetzes angeklagt: »Jeder, der den Althingi (das Parlament – jW) angreift, so daß dessen Unabhängigkeit gefährdet ist, der Botschaften in dieser Absicht aussendet, oder solchen Botschaften Folge leistet, wird mit einer Gefängnisstrafe von mindestens einem Jahr bestraft. Bei einem sehr groben Vergehen kann die Strafe lebenslänglich betragen.« Den Angeklagten wird vorgeworfen, die Unabhängigkeit des Althingis bedroht zu haben, indem sie das Parlament am Rande einer Demonstration betraten. Dabei steht das isländische Parlament Besuchern offen. Nach Paragraph 100 wurde erst ein einziges Mal vorher Anklage erhoben: gegen Demonstranten, die sich 1949 gegen den NATO-Beitritt Islands wehrten. 1949 wie 2008/2009 fanden massenhafte Proteste auf der Straße statt.

Es drängt sich die Frage auf, durch wen das Parlament tatsächlich bedroht wurde – durch die Protestierenden oder nicht eher durch die Finanzwirtschaft, die massiv Einfluß auf die Politiker nahm. Die Banken und Oligarchen, denen die Banken in erster Linie gehörten, sind seit der Veröffentlichung des Abschlußberichtes des Parlamentskomitees im April dieses Jahres zu den Ursachen und Verantwortlichkeiten des Crashs noch mehr unter Druck geraten als vorher. So kritisiert das Komitee, daß die Finanzwirtschaft die Parteien vor der Wahl 2007 massiv finanziell unterstützt hat. Mehrere Politiker mußten bereits zurücktreten, weil sie diese Wahlspenden angenommen hatten. Der parlamentarische Entscheidungsprozeß wurde durch diese Machenschaften in undemokratischer Weise manipuliert – die spontane Protestaktion des 8. Dezember 2008 hingegen war Teil der Protestbewegung, die den Willen der Bevölkerung ausgedrückt hat, mithin eine zutiefst demokratische Handlung.

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»Banken sind nicht naiv« (Tageszeitung) http://www.savingiceland.org/de/2008/12/%c2%bbbanken-sind-nicht-naiv%c2%ab-tageszeitung/ http://www.savingiceland.org/de/2008/12/%c2%bbbanken-sind-nicht-naiv%c2%ab-tageszeitung/#comments Sat, 13 Dec 2008 14:45:01 +0000 http://www.savingiceland.org/?p=3576 Tageszeitung,

Wolfgang Müller

Rosa Schweinchen über dem Parlament: Wie wirkt die Finanzkrise in Island? Ein Gespräch mit dem Aktivisten Melli. Melli, bürgerlich Hrafnkell Brynjarsson, ist ein junger isländischer Autor und Schriftsteller Die isländische Krone gehört zu den kleinsten Währungen der Welt, für 320000 Mensche…

WM: Durch Punk und seine Folgen wurde Island seit den 80ern erstmals im Ausland nicht nur als Fischereination wahrgenommen, sondern auch als Ort innovativer Popmusik, Literatur und moderner Kunst. Konnten Sie als Isländer von diesem neuen Image profitieren?

M: Noch nicht. Mein erstes Buch wird erst 2011 im Martin Schmitz Verlag erscheinen.

WM: Die isländische Krone ist die kleinste Währung der Welt, eine für 320.000 Menschen. Ist sie auch so etwas wie ein Symbol nationaler Unabhängigkeit?

M: Wenn Geld ein Symbol der Unabhängigkeit oder Nationalität wäre, dann bestimmt. Der Fisch, der auf die isländischen Münzen geprägt ist, schwimmt in vielen Gewässern. Auch außerhalb der 200 Meilen Grenze. Die Isländer, mit denen ich gesprochen habe, sehen die isländische Währung als Instrument der Regierung, um die Kaufkraft der Arbeiter zu schwächen. Jedes Mal, nachdem die Gewerkschaft Lohnerhöhungen durchgesetzt hat, wurde einfach der Wert der Krone neu festgesetzt.

WM: Innerhalb von kürzester Zeit hat sich der Wert der Krone gegenüber dem Euro um 75 % verringert. Was bedeutet das?

M: Es bedeutet, dass es sich lohnt, aus Island zu exportieren. Für Exportwaren bekommt man jetzt viele isländische Kronen. Nach Island importierte Waren werden dagegen sehr teuer. Würde ich in Island wohnen, könnte ich jetzt meine Möbel und Wertgegenstände lukrativ nach Finnland verkaufen. Keine Frage, dass ich das täte. Autohändler machen jetzt viel Geld mit dem Export von Autos aus Island. Andererseits bedeutet diese Entwicklung aber auch, dass Herr Grímsson, der Präsident von Island, sein am 29. Oktober geplantes Frühstück im Berliner Hotel Adlon mit prominenten Businessmanagern kurzfristig absagen musste. Eigentlich wollte er ja über den riesigen Erfolg isländischer Investitionen im Ausland sprechen.

WM: Stattdessen taucht Island auf einer Terrorliste auf…..

M: Nun, das britische Innenministerium stellte kürzlich die erste große isländische Pleitebank, die Landsbankinn, auf ihre Terrorliste. In einer Gesellschaft neben Al Kaeda, Nordkorea, Iran, Hisbollah und anderen. Nun, Banken sind ja keine Wohlfahrtsinstitute, die gegründet wurden, um Menschenrechte durchzusetzen, sondern um Profitsteigerungen zu erzielen, – gern auch mit Hilfe der Rüstungsindustrie und zweifelhaften Staaten. Der Fehler des englischen Ministeriums war vielleicht, die Deutsche Bank, die Bank of England, den IMF und eine Menge anderer auf der Liste zu vergessen.

WM: Angeblich wollen nun junge Isländer massenhaft ins Ausland auswandern.

M: Ich hörte von 70.000, also 20 bis 25 % der Nation. Das müsste doch deutsche Autoritäten wie beispielsweise Ministerpräsident Koch, die immer vor einer Fremdenflut und Ausländern warnen, schwer beunruhigen oder? Wenn die Isländer nun plötzlich alle nach Deutschland kommen und arbeiten wollen? Vermutlich können diese Ängste aber nur mobilisiert werden, wenn Menschen aus Afrika, Asien oder der arabischen Welt kommen.

WM: Der deutsch-isländische Autor Kristof Magnússon sprach in der „Financial Times” von der „Einfaltsinsel”. Kürzlich meinte der Berliner Maler Bernd Koberling, die Isländer hätten früher Holzhaufen angezündet, um gestrandete Schiffe auszuplündern, das sei altes Wikingerblut. Welche der beiden Darstellungen trifft deiner Ansicht nach eher zu?

M: Naivität, ob in Form von Einfalt oder Draufgängertum suggeriert ja immer eine Art Unschuld. Diese würde ich weder den isländischen Geschäftsleuten, noch den Banken und Unternehmen zubilligen. Auch in keinem anderen Land. Diese Leute folgen überall der gleichen Logik, wenn es ums Geschäft geht. Sie wollen Geld, nehmen Risiken auf sich, möglichst mit öffentlichem Geld, profitieren hemmungslos und verunsichern die Öffentlichkeit, wenn es dann nicht so läuft wie geplant. Sie sind nicht naiv oder einfältig. Auch nicht in Island.

WM: In den Medien wird von großen Demonstrationen berichtet. Wird Island das erste antikapitalistische Land des Westens nach dem Ende des Kalten Krieges?

M: Seit September findet neben vielen dezentralen Aktionen auch wöchentlich eine große Demonstration gegen die Regierung statt. Am vorletzten Montag brachen die Demonstranten die Tür der Nationalbank auf. Sie forderten den Rücktritt der Regierung und des Bankvorsitzenden David Oddson. Dieser war übrigens vorher Premierminister und hat als solcher die extreme Privatisierungen, darunter die Privatisierung aller Banken, mitzuverantworten.
Ob aber Island nun auf dem Weg zum Anti-Kapitalismus ist? Naja, ich denke nicht. Es gibt im Moment auch viele, die von der Krise profitieren. Vielleicht sind das andere, als die, die vor der Krise profitiert haben.

WM: Die Krisengewinnler?

M: Ja, Sie, zum Beispiel. Sie haben inzwischen insgesamt über dreihundert Euro für Interviews über den Niedergang der isländischen Ökonomie verdient oder?

WM: Das ist wahr. Vorher bekam ich nie Geld dafür. Also, wenn ich über Elfen, Zwerge und Transvestiten auf Island redete, war das eigentlich immer gratis. Die Medien meinten, das sei kostenlose Werbung für mich, also für meine Bücher und Platten über Island. Und nun bieten sie mir erstmals Geld, damit ich mit ihnen im Radio über die isländische Finanzkrise rede.

M: Was oft übersehen wird, ist, dass die Proteste älter sind, als die Finanzkrise oder die Popularisierung Islands durch Björk. Die gegenwärtigen Proteste entspringen den Aktionen der radikal antikapitalistischen Umweltgruppe „Saving Iceland”. Die ist schon länger aktiv.
Saving Iceland kämpfte bereits gegen das Staudammprojekt der Alcoa, Rio Tinto, Century und Alcan-Konzerne. Und gegen die offizielle Linie des Staates, der die Interessen der Großkonzerne bedingungslos unterstützt hat. Es gab da bereits Formen des Widerstands, die für Island neu waren. Die Dauerproteste, die von Saving Iceland initiiert wurden, wirkten zusammen mit “direkten Aktionen”. So gab es eine “Lärm Demo” vor Polizeistationen, um sich mit verhafteten DemonstrantInnen zu solidarisieren. Haukur Hilmarsson riss kürzlich die isländische Flagge vom Dach des Parlamentes und ersetzte sie durch die Flagge der Supermarktkette Bonus: ein großes rosa Comic-Schweinchen. Als dieser Haukur festgenommen und für zwei Wochen inhaftiert wurde, versammelten sich fünfhundert Bürger, meist ganz normale Familien, vor der zentralen Polizeistation und forderten nachdrücklich seine Freilassung. Bedingungslos. Mit Erfolg. Fünfhundert Menschen gingen ins Gefängnis und fünfhundereins kamen wieder heraus.

WM: Von Island lernen, heißt Siegen lernen.

M: Natürlich. Stell dir vor, jemand würde die deutsche Flagge vom Reichstagsgebäude entfernen und durch die Flagge der Deutschen Bank ersetzen. Ein Riesenskandal oder? Also, ich meine, Saving Iceland zeigt den Isländern neue Demonstrationsformen. Sie offenbaren die Bedeutung und die Kraft der Symbole und damit der symbolischen Ordnung.

WM: Im Jahr 1809 – damals war Island eine Kolonie von Dänemark – wurde der dänische Statthalter für Island eine Woche auf seinem Schiff eingesperrt. Die isländische Revolution: Ein Däne namens Jörgen Jörgensen erklärte sich zum ersten König von Island. Später flüchtete Jörgensen nach Tasmanien und wurde dort Polizeichef. Könnte sich so etwas nun wiederholen?

M: In gewisser Weise. Einige wohlhabende Isländer sind gerade nach London oder New York geflüchtet.
Im Jahr 1819 war Jörgensen nur zehn Tage an der Macht. Das war genau die Zeit, die ein Dutzend dänische Soldaten brauchten, um nach Island zu reisen, um den Statthalter zu befreien. Aber es ist schon eigenartig: Während und nach den Demonstrationen in Island, wurden komischerweise ein paar dänische Schiffe und Hubschrauber um die Insel stationiert…

WM: In internet-Blogs beklagen Isländer die Gleichschaltung ihrer Presse.

M: Ja, das stimmt. Fast alle Medien folgen der selben Linie: Sie sind völlig unkritisch, im neoliberalem Mainstream. Medienleute beklagen, dass sie ihre Jobs verlieren würden, wenn sie nicht auf Linie schreiben. Das heißt, die Selbstzensur regiert. Außerdem wissen die meisten Journalisten gar nicht, worum es bei den Demonstrationen geht.

WM: Was meinen Sie?

M: Eine große Tageszeitung, DV hat sich neulich gewundert, warum Saving Iceland Aktivsten auf einer Demonstration zur Unterstützung von Asylbewerbern auftauchten. Er dachte, sie seien auf der falschen Demo gelandet. Die isländischen Journalisten können sich einfach nicht vorstellen, dass der Kampf für soziale Gerechtigkeit nicht zu trennen ist, vom Engagement gegen Umweltverschmutzung und der Infragestellung des Kapitalismus. Es geht nicht nur um Alcoas Industrieprojekte in Island, sondern auch um Sexismus, die Situation der Flüchtlinge auf der Welt und natürlich auch um die Räumungsdrohung gegen den Schwarzen Kanal in Berlin. Alles hängt miteinander zusammen. Der Kampf um soziale Gerechtigkeit findet offensichtlich auf der Straße statt. Deshalb hat mich gefreut, dass die isländischen Bürger derzeit sogar Demonstranten aus dem Gefängnis befreien. Das ist doch ziemlich extrem oder?

Mehr Informationen in Netzzeitungen unter:
 http://www.this.is/Nei und http://www.Aftaka.rusl.org

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Direkte Aktion gegen Projekte der Schwerindustrie in Island http://www.savingiceland.org/de/2008/09/direkte-aktion-gegen-projekte-der-schwerindustrie-in-island/ http://www.savingiceland.org/de/2008/09/direkte-aktion-gegen-projekte-der-schwerindustrie-in-island/#comments Wed, 17 Sep 2008 15:05:45 +0000 http://www.savingiceland.org/?p=3195 Island hat den Ruf für saubere Energie und ist ein Musterbeispiel für saubere, grüne geothermale Energie. Doch seit kurzem fördern die Aluminium-Unternehmen ALCOA, RioTinto-Alcan und Century Aluminium die groß angelegte, intensive geothermale Entwicklung zum Bau neue4r Schmelzen auf der subpolaren Insel und zerstören so große Teile der ruhigen, leeren Wildnis. Und das ist noch nicht alles. Wenn all die Pläne der Schwerindustrie durchgeführt würden, wären alle großen Gletscherflüsse auch dem Untergang geweiht.
Saving Iceland veranstaltet nun das vierte AktionsCamp in der isländischen Wildnis. In den letzten Wochen wurde die Arbeit der Baustelle an der Century Aluminum Schmelze in Helguvik einen Tag lang lahm gelegt. Die bestehende Century Schmelze, wie auch die Stahl-Fabrik wurden blockiert, so dass einige Stunden kein Schichtwechsel möglich war. Eine geothermische Bohranlage von Reykjavik Energy in Hellisheidi, die für Century gebaut wurde, wurde einen Tag lang komplett lahm gelegt, als Aktivisten sich an die Maschinen gekettet, auf die Bohranlage geklettert und den Kontrollraum besetzt hatten. Beim staatlichen Energieunternehmen Landsvirkjun wurden die Büros gestürmt und sein CEO Fridrik Sophusson bekam zu Hause Besuch. Saving Iceland heftete einen Räumungsbefehl an seine Tür. Landsvirkjun will Bauern aus dem Thjorsa Flusstal vertreiben, um dort einige Staudämme zu bauen und eine Rio Tinto Alcan Schmelze mit Strom zu versorgen. Im Norden Islands werden für eine ALCOA Schmelze tiefe geothermische Löcher gebohrt, wodurch eine große Fläche wilden Landes in Mitleidenschaft gezogen wird. Außerhalb Islands fanden vor isländischen Botschaften und Konsulaten und den Zentralen von GlencoreALCOA undImpregilo in der Schweiz und Italien statt.

Aluminium wird für Verpackung, Baumaterialien und in der Produktion von Autos und Flugzeugen gebraucht, aber der größte Abnehmer ist die Waffenindustrie, die das Leichtmetall zum Bau von Panzern, Raketen, Kleinwaffen und Düsenfliegern benötigt, die in jedem modernen Krieg großzügig eingesetzt werden. Diese Industrie ist sehr profitabel, denn die Nachfrage nach „leichteren, schnelleren und stärkeren“ Waffen (ALCOA Slogan) steigt stetig. Ironischerweise warden Alu-Autos als “umweltfreundlich” verkauft: leichter, also spritsparender. Die Wahrheit ist, dass diese Bohrungen den Regenwald in der Karibik zerstören und die Ureinwohner Indiens vertreibt , denn das Schmelzen von Metall produziert große Mengen an Treibhausgasen. Große Staudämme zur Energieerzeugung zerstört nicht nur die Wildnis in den Hochebenen Islands, sondern auch den Regenwald im Kongo und im Amazonasgebiet.

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Globale Aktion gegen Schwerindustrie http://www.savingiceland.org/de/2007/09/deutsch/ http://www.savingiceland.org/de/2007/09/deutsch/#comments Fri, 14 Sep 2007 22:57:42 +0000 Heute marschieren Menschen in S�d Afrika, Island, Trinidad, D�nemark und Amerika um gegen Schwerindustrie zu protestieren. Dieser globale Aufmarsch ist der erste, seit dem zusammentreffen von aktivsten all dieser L�nder auf dem Saving Iceland Protest Camp das im Juli 2007 statt gefunden hatte. Der gemeinsame Feind ist die Schwerindustrie im speziellen die multinationalen Konzerne Alcan/Rio-Tinto und Alcoa.

In S�d Afrika sind heute um die 250 Menschen zum Hauptquartier Alcans in Johannesburg marschiert um dort gegen Alcans Kauf von billiger Energie zu protestieren. 30% der S�d afrikanischen Bevölkerung haben keinen Strom. Alcan hingegen wird durch Nuklear und Kohlekraftwerke versorgt und zahlt daf�r die auf dem Weltmarkt billigsten Tarife. Die Menge die Alcan verbraucht ist so hoch wie die H�lfte der gesamten Energie die Cape Town benötigt. Heute blockierten die protestierenden f�r ein ein Halb Stunden den Haupteingang des Hauptquartiers des Kanadischen Aluminium Konzerns, Alcan, was den Zugang zum Gel�nde in dieser Zeit unmöglich machte.
Die Organisation Earthlife Africa JHB, war Teil dieser Demonstration, und verlangen folgendes: Erstens, das Alcan und Eskom- die nationale energie Gesellschaft, ihren Vertrag mit Alcan auflösen und zweitens, das Eskom jeden S�d Afrikanischen Haushalt mit einem Minimum von 100kmw an Strom pro Tag versorgt.

In Island, trotz Sturm und Regen, haben sich Menschen vor dem Parlament in Reykjavik und auf der Route entlang des Thjorsa Flusses der als n�chstes auf der Liste zum Bau eines Hydroelektrischen Dammes steht, um 15 Uhr lokaler Zeit versammelt.
Der isl�ndischen Umwelt Ministerin Thórunn Sveinbjarnardóttir, wurde fr�h morgens ein Besuch, in ihrem privat Haus abgestattet um ihr einen Brief zu �berreichen und sie zu einen Gespr�ch mit den Protestierenden aufzufordern
Der isl�ndische Staat versucht den Bau von zahlreichen neuen und die Erweiterung schon existierender Aluminium Schmelzen so schnell wie möglich durchzuf�hren, um somit den totalen Export von Aluminium in Island auf 3 Millionen Tonnen pro Jahr zu steigern. Diese Hydroelektrischen Projekte werden sowohl von Wissenschaftlern als auch Lobbyisten stark kritisiert. Drei Damm Bauten, sind bereits im Gebiet des Thjorsar Flusses geplant, um damit entweder eine geplante neue Aluminium schmelze des Gro�konzerns Alcoa in Husavik oder die Erweiterte der Anlage des Gro�konzerns Alcan in Hafnarfjordur die von der Gemeinde durch Veto blockiert wurde, mit gen�gend Strom zu versorgen.
�Die Arbeitslosigkeit liegt in Island bei 0.9. Das bedeutet also das die enorme Umweltzerstörung die durch solche Bauten verursacht werden nur auf die Gier der nationalen Strom Gesellschaft, Landsvirkjun zur�ckzuf�hren ist, da solche Zerstörung und Bauten wirtschaftlich unlogisch sind. Wir versammeln uns hier um den Bauern unsere Unterst�tzung zu zeigen in ihrem Kampf um ihr Land, unser Land!� sagte Siggi Hardarson Mitglied der autonomen Organisation Saving Iceland.

In Trinidad, versammeln sich heute Protestanten um einj�hrige Jubil�um jenes Tages zu feiern an dem tausende von Menschen an dem Kampf gegen die Pl�ne des Gro�konzerns Alcoa eine Aluminium Schmelze in Chatam zu errichten, teilnahmen und gewannen. Gleichzeitig f�hren �ber die n�chsten Tage, Anw�lte einen juristischen Kampf gegen die �Environmental Management Authority�( die Gesellschaft vertritt die Industrialisierung Trinidads), welcher die Zukunft der Insel bestimmen wird.
�September der 12te 2006 war der Tag an dem Aktivisten Traktoren und Polizei auf der �Foodcrop Road� konfrontierten, die Erinnerung dieses Tages ist f�r immer in die Herzen der Aktivisten, als einer der wichtigsten Momente im Kampf um die Umwelt und soziale Gerechtigkeit in Trinidad und Tobago, eingraviert.� Berichtet Attillah Springer Mitglied der �Rights Action Group�.

Der Druck der durch den Aufmarsch des Volkes verursacht wurde haben den Premier Minister Patrick Manning dazu veranlasst die Pl�ne f�r den Bau einer Aluminium Schmelze, des Gro�konzerns Alcoa in Chatam fallen zu lassen.
Mit vier Anklagen konfrontiert, wurde der Versuch der Environmental Management Authority (dessen Hauptanleger NEC und der Aluminium Gro�konzern Alutrint sind) die NGOs RAG,PURE und Smelta Karavan legal davon abzuhalten gegen die EMA öffentlich zu protestieren vom Richter abgelehnt. Diese richterliche Entscheidung war eine der wichtigsten Schritte im Kampf gegen die Industrialisierung Trinidads auf Nationaler Ebene nicht nur im Raum Chatmans.

In D�nemark, hat sich heute Abend um 18h lokaler Zeit eine Demonstration zusammen gefunden um vor der d�nischen und der grönl�ndischen Botschaft zu demonstrieren. Sie tragen ein Plakat mit der Aufschrift “Global Struggle Against Heavy Industry”. Es werden Reden �ber den globalen Kampf gegen Schwerindustrie und die globale Gegenbewegung gehalten werden.
Alcoa schmiedet Pl�ne um eine Aluminium Schmelzen in Grönland zu errichten, wof�r der d�nische Premier Minister Hans Enoksen sich momentan in New York um Darlehen bewirbt um den Bau eines hydroelektrischen Kraftwerkes zu finanzieren.

In Australien haben die Bewohner von Yarloop, einem Dorf im Westen des Kontinents die Amerikanische Anw�ltin Erin Brockovitch um Vertretung angesucht, um gegen den Gro�konzern Alcoa zu klagen. Die Bevölkerung verlangt das Alcoa f�r die �bersiedlung und den Bau eines neuen Dorfes zahlt, da ihr bestehendes Dorf , so die Bevölkerung, eine �Giftwolke� ist. Die Gesundheit der Bevölkerung leidet stark unter den Nebeneffekte der Gift und Schadstoffe die durch die Aluminium Schmelze des angeklagten Gro�konzerns produziert werden.

In Holland erschien in Solidarit�t mit globalen Kampf gegen Schwerindustrie und mit Saving Iceland, Graffiti entlang einer Zugstrecke bei Arnhern mit der Aufschrift �Rettet die letzte Wildniss Europas� und �savingiceland.org�. die Wand auf der das Graffiti gespr�ht wurde war Teil des Mega-infrastruktur Projekts �Betuwelijn� ein kontroverses Projekt das die Niederlande mit Deutschland verbindet.

Saving Iceland schreibt Geschichte: http://de.indymedia.org/2007/07/188187.shtml

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Hast du gewusst… http://www.savingiceland.org/de/2006/01/hast-du-gewusst/ http://www.savingiceland.org/de/2006/01/hast-du-gewusst/#comments Tue, 03 Jan 2006 21:04:12 +0000 http://www.savingiceland.org/?p=5404 …dass fast alle Gletscherflüsse schon voll in Anspruch genommen werden?

…dass Gletscherflüsse nicht nur Lebensadern für Island sondern für
die ganze Erde sind?

Im Flusswasser befinden sich Schlamm und aufgelöste Stoffe.
Gletscherflüsse fördern besonders viel Schlamm und je wärmer die
Atmosphere wird desto mehr Schlamm wird gefördert.

Die Gletscherflüsse fördern Schlamm ins Meer, wo er eine neue Aufgabe
bekommt, nämlich das Treibhausgas CO2 zu binden und es zu Kalk zu
verwandeln. Auf diese Weise bauen die Gletscherflüsse die Verschmutzung
der Erde ab. Das geschieht vor allem in jungen Vulkanländern wie Island
und nimmt zu wenn die Atmosphere wärmer wird.

Die Gletscherflüsse binden dieses Gas, das zusammen mit anderen Gasen,
die Aufwärumung der Atmosphere verursacht und die Zukunft des Lebens auf
der Erde bedroht.

Wenn Gletscherflüsse eingedämmt werden, um Kraftwerke zu bauen, wird
ihre wichtige Tätigkeit sowie das Binden des Treibhausgases CO2
beeinträchtigt. Statt SAUBERE ENERGIE zu sein, wie von Kraftwerks- und
Großindustriefreunden behauptet wird, ist sie SCHWARZ.

Staudämme und Stauseen in Gletscherflüssen beschränken die Wirkung des
Gletscherschlammes im Meer und deshalb ist der Schädlichkeitsgrad der
Wasserkraftwerke ein Mehrfaches von dem bisher Angenommenen.

Außerdem is es wahrscheinlich, dass zurückgehende Menge des
Gletscherschlammes und gestörtes Fließen der Wasserfälle die Bildung von
Kiesel- und Kalkalgen schadet. Das könnte weniger Fischfang an den
Küsten Islands, weniger Arbeitsplätze und weniger Exportwerte zur Folge
haben.

Es wäre erforderlich, die Eindämmung aller Schlamm- und Gletscherflüsse
der Welt zu verbieten, weil es für die gesamte Erdbevölkerung von
Interesse ist, dass sie unbehindert arbeiten können, genau wie auch,
dass die Regenwälder im Amazonen Gebiet zu erhalten sind.

Wenn Kraftwerks- und Großindustriefreunde mit sauberer Energie der
isländischen Wasserfälle für Aluminium-Schmelzer angeben, täuschen sie
sich selbst und das ganze Volk. Der Schaden ist schon sehr groß und
Wasserkraftwerke mit Staudämmen und Stauseen machen das Problem des
Treibhausklimas noch ärger.

Die Gletscherflüsse sind Lebensader der Erdbewohner und schaffen Quellen
des Reichtums in vielerlei Weise – sie sind Lebensader für die Fische im
Meer, die Vögel in der Luft und die gesamte Menschheit.

Deswegen werden alle Gletscherflüsse bereits verwendet, verwendet für
das Leben und die Zukunft.

Guðmundur Páll Ólafsson, /Naturwissenschaftler/, den 3. Januar 2006.

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